Ein Stück von Irina Liebmann
DER QUATSCHFRESSER
Dem Bauarbeiter Paul, den es aus Anklam nach Berlin Ost verschlagen hat, entspringt aus dem mund ein schwarzes Vieh: der Quatschfresser. Der frisst alles, was Quatsch ist: Die gerichtliche Scheidungsklage, Ost- und Westgeld ohne Ansehen des Verkaufswertes, Telefone, er beisst in Finger, die auf ihn zeigen, er säuft die spree aus. Die Hinterhof-Szenerie gerät ins Trudeln, man ahnt es und sei gerüstet für den schlimmsten Fall. Nach durchgemachter Nacht mit drauf folgendem grauen Morgen ist nichts mehr, wie es war; Berlin, die DDR ist unter- und ausgehöhlt - die ganze Welt ist aus den Fugen geraten.Pauls ehe ist kaputt, der Sohn ist weg. Dieser taucht wie zufällig in dieser Szene auf, sucht etwas, das seiner identität als Punk ähnlich sieht. hilde frisst, mehr aus Kummer um den verlorenen Sohn, als um den Verlust Ihres Mannes. Die damalige Schönheit passt jetzt nur noch auf einen Tiefader. die Berliner Freundin – mit großem Herzen und noch größerer Klappe – kümmert sich zwar um Paul, hat diesen jedoch längst über. Hilde aber will nur Ihren Sohn zurück. Nicht einmal die Beerdigung von onkel hermann geht reibungslos über die Friedhofsbühne: Der Sarg passt nicht ins Grab, dafür landet dort Max. Die Ost-West Verwandtschaft schaut tatenlos zu, ratlos – wie immer.und Paul? ... der ist Quatsch.

Paul (Bauarbeiter): Henry Schultze
hilde (seine Frau)/Postbotin: Anita Schmidt/Britta Bienert
Angelika (seine Freundin): Susanna Dübbers
max (Vorarbeiter): Joachim Schäfer
Quatschfresser: Björn Kruse
1. Punk/trauergast: Clarisse Bernard
2. Punk/trauergast: Nadine Philippi
Alter: Ingo Kümmel
Wirt/trauergast: Murat Ilkbahar
regie/licht: Angelika Landwehr
Bühne: Werner Kuske

Premiere des einjährigen Vhs Kurses :
Fr 02. JuLI 2010, 20 uhr

Weitere Vorstellungen:
Sa 03. JuLI 2010,
Do 08. JuLI 2010,
Fr 09. JuLI 2010,
Sa 10. JuLI 2010
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